Winterthur wohin?

Das Gejammer über die Finanzen hat die Stadt Winterthur in eine geistige Stagnation und Langweiligkeit geführt. Der Aufbruch und die Entwicklung der letzten 20 Jahre sind durch das Finanzloch ins Stocken geraten und das frisch aufpolierte Image der Stadt wurde stark angekratzt. Im Zeichen der Sparvorgaben dreht sich die aktuelle politische Auseinandersetzung kaum mehr um inhaltliche Zielsetzungen in gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht, sondern vorwiegend um rein finanzielle Aspekte. Es fehlt die Werte-Diskussion und es fehlt an Zukunftsperspektiven. Eine lose Gruppe aus Architekten und Kulturschaffenden hat darum den Verein «Winterthur wohin?» gegründet. Der Verein setzt sich zum Ziel, dass grenzüberschreitend und lustvoll wieder über Inhalte, Entwicklungen und Bedürfnisse gesprochen wird und will damit versuchen die Sparpolitiker und Schwarzmaler von der Bühne zu verdrängen. Ein erster Anlass hat am 16. Juni 15 im gut gefüllten Casinotheater statt gefunden.

Winterthur braucht mehr mutige Visionäre statt ständige Jammerer. Sie braucht dazu auch einen verstärkten Dialog und einen Abbau von Vorurteilen zwischen Wirtschaft, Politik und Kultur. Dabei darf sich die Kultur nicht nur als Bitsteller präsentieren sondern muss auch seinen aktiven Beitrag dazu leisten. Der Aufschwung beginnt mit der ganzen Bevölkerung. Lösen wir gemeinsam die Probleme lustvoll und mit mehr Herz und Humor. Oder wie es der Schauspieler Heinz Rühmann ausdrückte: «Lächeln ist das Kleingeld des Glücks.». Womit wir wieder beim Geld wären…

David Baumgartner
Kulturbauer

http://winterthurwohin.ch
(Kolumne Stadtanzeiger Winterthur vom 23.6.15)

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